evangelische
Stiftskirche Stuttgart

Die Kunstwerke  

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Kunstwerke innen - Sgraffiti und Reliefs

Decke der Vergenhanskapelle

Darstellung des himmlischen Jerusalem (nach Off 21,2.10-27) von Prof. Rudolf Yelin
einziges echtes Sgraffito
fast quadratische Fläche, 5.00 x 6.00 m
großes Oval, in Strahlennetz eingespannt
Darstellung der zwölf Tore in “kubischer Übereinanderschichtung”
Stadt leicht aus dem Bildzentrum verschoben, dadurch Raum für zwei Engel auf der östlichen Seite und drei Engel im Südwesten
Fünf übereinandergelegte Putzschichten mit warmen Rot-, Ocker- und Brauntönen

Deckenfelder über den Südfenstern

Darstellung von fünf christlichen Tiersymbolen durch Elmar Lindner (Akademieschüler aus der Klasse Prof. Yelins)
Keine Sgraffiti, sondern Putztechnik (Auftrag mit breitem Spachtel)
von Ost nach West:
Pelikan (Symbol der Liebe Gottes zu den Menschen und der Erlösung durch den Opfertod Christi); es heißt, daß der Pelikan seine vom Tod bedrohten Jungen speist, indem er sich selbst die Brust aufhackt und sich zur Speise hingibt
Löwe (Christussymbol), “Siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel” (Offenbarung 5,5)
Hahn (ruft Petrus nach seiner Verleugnung zu Reue und Buße, Symbol für den reuigen Sünder), fordert jeden Gläubigen auf, seinen Glauben nicht zu verleugnen, sondern zu bekennen
Hirsch (Christussymbol), Feind der Schlange, tötet sie wie Christus den Teufel mit dem himmlischen Wasser seiner Lehre tötet; außerdem Symbol der gottsuchenden, menschlichen Seele: “Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir” (Psalm 42,2).
Fisch (Christussymbol); Buchstabensymbolik, Ichthys - Anfangsbuchstaben der griechischen Worte für “Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser”

Türgitter der Nordwest- und Südwestwindfangtüren

Entwurf von Bildhauer Jürgen Weber, Umsetzung der Zeichnung in Flacheisen (kein Schmiedeeisen)
“Vögel unter dem Himmel” (Matthäus 6,26)
“Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?”
“Lilien auf dem Felde” (Matthäus 6,28-29)
“Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.”
Solche Zusagen erhält der Kirchenbesucher beim Verlassen der Kirche.

"Elefantenfüße"

Mit einer Mosaikverkleidung wurden die beiden im Kirchenschiff stehenden Pfeiler des Westturms versehen. Der Entwurf der Verkleidung stammt von Prof. Yelin, ein Thema war laut Wendschuh nicht feststellbar.
Zur statischen Sicherung mussten die Turmstützen nach dem Krieg verstärkt werden (außerdem wurde das Gewölbe in der Eingangshalle eingebaut). Der enorme Durchmesser der Stützen von ca. 2,50 m erschwerte die gestalterische Bewältigung dieser Fremdkörper im Kirchenraum.
Mosaik aus verschiedenen Naturstein- und Betonwerksteinarten mit eingestreuten Mosaiksteinchen.

Reliefs an der Emporenbrüstung - 1958

K. Hemmeter
Eichenholztafeln
Reliefs als sogenannte “Basreliefs”

Südseite Werke der christlichen Barmherzigkeit

Die Werke der Barmherzigkeit nach Matthäus 25, 34-40 (zu sehen ab dem 2. Relief von links nach rechts):
Hungrige speisen (Brotteller)
Durstige tränken (Wasserkrug)
Obdachlose beherbergen (Architektur)
Nackte bekleiden
Kranke pflegen
Gefangene besuchen (Architektur)
Im 12. Jahrhundert wird zu diesen sechs Werken der Barmherzigkeit - um die vollkommene Zahl sieben zu erreichen - als siebtes Werk das Begräbnis der Toten hinzugefügt. Hemmeter stellt das Totengebräbnis - auch auf Wunsch des Bauausschusses - nicht dar, sondern fügt als siebtes Werk (ganz links zu sehen) die Fußwaschung (Waschgeschirr) als “Beispiel der Demut” an. Alle Szenen sind auf zwei Figuren reduziert, den Helfer und die Person, der die Barmherzigkeit wiederfährt. Zugefügt ist jeweils das Attribut, das die Szene erklärt.

Westseite Darstellung von Themen geistlicher Musik

von links nach rechts:
David mit Saul (das Saitenspiel Davids half dem an Depressionen leidenden König Saul)
Posaune mit Portativ
Sängerin und Mandolinenspielerin
Klagelied des Jeremias (als Gegenstück zu Davids Saitenspiel)

Kunstwerke innen - Verschiedenes

Lesepult mit Christophorus

Von M. Schaible

Gerichtsengel - 1957

Geschaffen von Fritz von Graevenitz
Er bläst die Posaune zum Jüngsten Gericht. Die Hinwendung zum Kreuz verdeutlicht, daß er den Auftrag von Jesus Christus erhält. Gleichzeitig erinnert der Gerichtsengel an der Kanzelsäule daran, welchen Auftrag der Prediger auf der Kanzel hat. Er soll die Gemeinde in der Kirche auf die fundamentale Bedeutung des Glaubens hinweisen; der Glaube entscheidet über ewiges Leben oder ewigen Tod. Graevenitz schuf den Gerichtsengel vor Ort (vom Gerüst aus); er war zu dieser Zeit bereits fast erblindet.

Taufstein in der Taufkapelle - 1958

Taufstein mit Bronzeschale, gestaltet von Ulrich Henn

Schlußsteine im Chor

Drei mittlere Schnittpunkte der Gewölberippen

über dem Choroktogon:

Von Martin Schaible
Jahr ? (um 1950)
das von zwei Engeln gehaltene Kreuz als Bezug zur Stiftskirche als Kirche zum Hl. Kreuz

in der Mitte:

Von A. Fröscher
Jahr ? (um 1950)
Schriftzug mit Leitspruch der württembergischen Reformation: “Verbum dei manet in aeternum” (Gottes Wort bleibt in Ewigkeit)

hinter dem Chorbogen:

Von Martin Schaible
Jahr ? (um 1950)
das Lamm als Symbol Christi

Gewölbekonsolsteine im Chor

Von Ernst Yelin (Sohn des Kirchenmalers Rudolf Yelin d.Ä., Bruder des Glasmalers Prof. Rudolf Yelin), Ausführung durch W. Schönfeld
Neun Gewölbekonsolsteine, davon fünf mit Bildnissen alttestamentlicher Gestalten, vier mit Evangelistensymbolen

Nordseite

Kopfbildnis Jeremias (“in Ausdruck und Gebärde den am Ungehorsam seines Volkes leidenden Mahner und Warner charakterisierend” (Wendschuh, S. 99)
Mose mit den Tafeln des Alten Bundes

Oktogon:

Evangelistensymbole Stier (Lukas - Opfertod Christi), Engel/Mensch (Matthäus - Menschwerdung Christi), Adler (Johannes - schwingt sich auf/kann in das Licht sehen), Löwe (Markus - Johannes in der Wüste)

Südseite:

Bezug auf dreifaches Amt Christi (König, Priester, Prophet)
David, Hoherpriester Aaron, Prophet Jesaja



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