Rückblick: Stuttgarter Kantorei auf Konzertreise in China
Die Stuttgarter Kantorei hat zwei erfolgreiche Konzerte in Shanghai und Beijing gegeben vor je 1.000 Besuchern
Der Start zur Tournee nach China schien zunächst auf dem Rollfeld des Stuttgarter Flughafens zu enden. Wegen Triebwerksschaden wurden die 60 Sängerinnen und Sänger vom Startfeld zurückgerollt in Warteposition. Nach 2,5 Stunden und der Reparatur des Triebwerks ging es dann glücklicherweise doch noch los nach China. Durch die Zeitverzögerung blieb keine Zeit, um ins Hotel zu fahren. So ging es direkt zur wunderschönen Konzerthalle "Shanghai Oriental Arts Center". Im Stehen wurde ein Imbiss gegessen, danach sofort 2 Stunden geprobt mit den 3 chinesischen Schlagzeugern, die wir vor Ort kennen gelernt haben. Trotz kleiner Verständigungsschwierigkeiten lief alles glatt.
Anschließend fuhren alle Musiker ins Hotel zum gemeinsamen Abendessen und ... Schlafen! Denn das Konzert fand bereits am nächsten Morgen um 10 Uhr statt!
Die Konzerthalle Shanghai Oriental Art Center ist ganz neu und akustisch einfach großartig! Das haben auch die über 1.000 Besucher genossen, die von Kay Johannsen zunächst (mithilfe der Übersetzung des chinesischen Moderators) ins Werk Carmina Burana eingeführt wurden.
Nach der gelungenen Aufführung und viel Applaus (vor allem auch für die beiden Solisten LinLin Fan und Jens Hamann) gab es ein gemeinsames Mittagessen und anschließend eine Rundfahrt durch die Stadt Shanghai. Ganz schön beeindruckend, diese vielen Menschen (19 Millionen) und die zahlreichen Wolkenkratzer und modernen Bauten. An den Wolken kratzen sie wirklich, aber gegen Abend kam der blaue Himmel und die Sonne doch noch raus bei ca. 25 Grad.
Am Sonntag ging es abends weiter nach Peking für die nächsten beiden Konzerte - und zwar mit dem Nachtzug! Das hatte ein bisschen was von "Klassenfahrt", war aber gar nicht so unkomfortabel wie man denken könnte.
Beijing beeindruckt - im Gegensatz zum sehr modernen Stadtbild von Shanghai - mit seinen vielen historischen Bauten! Alle Chorsänger und Solisten besuchten die chinesische Mauer, den Lama-Tempel und die Verbotene Stadt.
Am 1. Juni durften wir ein Konzert in der Deutschen Botschaft in Beijing geben auf Einladung des Botschafters Dr. Schäfer, der uns sehr herzlich begrüßt hat. Neben uns war ein chinesischer Chor eingeladen, was einen wunderbaren musikalischen und menschlichen Austausch ermöglichte.
Nachdem wir Mendelssohn und Brahms a cappella vorgetragen hatten, durften wir einem zeitgenössischen chinesischen Stück und Mozarts Ave Verum lauschen.
Im Laufe des langen Abends kam es zu spontanen Aufführungen von Händels "Halleluja" und vielen weiteren Klassikern, die beide Chöre im Programm haben. Die Musik hat uns trotz der Sprachbarriere zusammengeführt!
Zahlreiche der Sänger kamen daher auch am folgenden Abend zum Konzert in der Forbidden City Concert Hall, die inmitten des Parks neben der Verbotenen Stadt liegt.
In diesem Konzert erklang neben der Carmina burana ein reines a-cappella-Programm mit Hassler, Morley, Lasso, Mendelssohn, Brahms, Elgar und anderen. Die über 1.000 Besucher waren so begeistert, dass sie uns erst nach 2 Zugaben und Standing Ovations gehen lassen wollten.
Wir haben neben musikalischen Eindrücken beim Begegnungskonzert in der Botschaft und bei der Zusammenarbeit mit den chinesischen Schlagzeugern vor allem menschliche Erfahrungen gemacht in vielen Begegnungen - rundweg positive! Am 3. Juni sind die Sängerinnen und Sänger samt Dirigent und Solisten gut nach Stuttgart zurückgekehrt.
Auf der Homepage der Stuttgarter Kantoreifinden Sie alle Konzerttermine des Chores sowie eine Biografie, Hörbeispiele und vieles mehr...